T-Bone-Steak bei den letzten Helden

Die Bedingungen waren am ersten Wochenende im Dezember zu der turnusgemäß die „letzten Helden“ Regatta des BSC ausgetragen wird mit 3°C und Nieselregen wahrscheinlich für viele von uns eher abschreckend wenn es ums segeln geht. Trotzdem liefen mehr als 60 Boote bei leichten Winden und guter Laune auf das Mühlenberger Loch zum Regattieren aus.

 

Ich war in einer für mich gänzlich neuen Bootsklasse unterwegs – dem Taifun. Für alle die mit dieser Segelklasse ebenso wenig vertraut sind wie ich es vor dem Wochenende vermutlich war hier eine kurze Beschreibung: Der Rumpf ähnelt einem Kanu, deswegen ist die Klasse auch in dem Verband organisiert und nicht beim DSV. Das Boot hat Groß und Fock und wird von Erwachsenen alleine, von Jugendlichen meist zu zweit gesegelt. Ein sehr angenehmes Ausrüstungsstück sind die Hängebretter auf beiden Seiten, damit wird das Ausreiten z.B. gegenüber einem Laser deutlich leichter.
Ich bin in den Taifun gestiegen, weil mir Hendrik Kohrs, mein Mitgründer bei Jade Yachting, angeboten hatten den von ihm eigens konstruierten und komplett aus Karbon gebauten Taifun zu testen. Eine sehr schöne Gelegenheit, weil nicht nur die Optik, sondern auch der Klang der Wellen gegen den Bug im Vergleich zu dem mir deutlich vertrauteren Laser besonders schön war.
Ein Detail hat mich auch noch gefreut, durch die Ausreitbretter sitzt man auf dem Taifun ein paar Zentimeter höher als auf einem Laser, gerade genug um nicht mehr einen nassen hinten bei jeder Welle zu bekommen.

Es gab dabei allerdings auch einen Schreckensmoment abseits der Kämpfe um die Platzierungen der mich dem kalten Nass gefährlich nah brachte. Im letzten Rennen war es auf der Startkreuz ein enges Getümmel zwischen den unterschiedlichen Bootsklasse. Kurz vor der Luvtonne übersah mich ein deutlich größeres H-Boot mit Wind von Backbord. Vielleicht, weil sie in ihren sehr schönen, neuen Segeln kein Fenster eingebaut hatte. So wurde ich, trotz Wegerecht auf dem Taifun zum T-Bone-Steak.
Glücklicherweise hatte Hendrik die Ausreitbretter sehr robust gebaut sodass der Großteil des Impulses hierrüber aufgenommen wurde und ich die Wettfahrt trotz des Schadens noch zu Ende segeln konnte.

Insgesamt waren die Rennen auf dem Mühlenberger Loch waren neben dem leichten Wind von mittlerer Strömung und großen Winddreher gekennzeichnet. Ich kannte das Revier noch von einer Deutschen Meisterschaft im Laser und längeren Inspizierungen von der wunderschönen Terrasse unseres Kommodores Gunther Persiehl.
So gelang es mir alle drei Wettfahrten gegen die anderen 7 Taifune zu gewinnen und damit einen tollen Saisonabschluss zu erreichen.

Die Organisation von heißen Getränken auf dem Wasser und fleißigen Helfern an der Sliprampe durch den ausrichtenden BSC war dabei ein weiteres Highlight.
Mir hat die Regatta gerade wegen der warmherzigen Gemeinschaft viel Spaß gemacht.

Beim Krafttraining oder Laufen durch das graue Wetter der letzten Wochen freue ich mich jetzt schon auf das Frühjahr und die nächste Saison. Meine erste Regatta wird im März der Budvar Cup in der J70 beim NRV sein.

Ergebnisse: https://www.bsc-hamburg.de/56/Ergebnisse/

 

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